Haus S in Neulußheim

Fotografie:
Klemens Ortmeyer, Hamburg
Bauvorhaben:
Neubau eines Einfamilienwohnhauses in Holzbauweise, Neulußheim
Grundstückgröße:
414  m2
Wohnfläche:
154  m2
Nutzfläche:
264  m2
umbauter Raum:
896  m3
Planungsbeginn:
1996
Baubeginn:
1997
Fertigstellung:
Dezember 1998
Konstruktion Gründung:

massiver Keller

Konstruktion Wände:

Holzrahmenbau, Stülpschalung Douglasie

Konstruktion Decken:

Holzbalken

Konstruktion Dach:

Holzkonstruktion, Satteldach

Konstruktion Fenster:

Holzfenster

Konstruktion Treppen:

Stahlwangentreppe mit Holzstufen

Konstruktion Besonderheiten:

Niedrigenergiestandard Sonnenkollektoren zur Brauchwassererwärmung Regenwassezisterne für Brauchwassernutzung

Projektbeschreibung:

Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über einen kurzen Anliegerweg von Osten her. Folgerichtig wurde der Neubau als Ost-West orientierter Haustyp zum "Durchwohnen" entwickelt. Der kompakte Baukörper wurde so auf das Grundstück platziert, dass ein möglichst großer, zusammenhängender Freibereich zur Gartennutzung übrig blieb.

Zwei schmale Baukörper flankieren einen etwas breiteren Gebäudeteil in der Mitte. Außen befinden sich die Individualräume, während die Erschließung und der große Wohnraum mittig angeordnet wurden. Eine Dachterrasse schließt diesen Teil nach oben hin ab. Sie ist nach Westen orientiert und bietet mit einer herrlichen Aussicht zum Pfälzer Wald einen weiteren geschützten und nicht einsehbaren Außenbereich, der den Wohnwert des Hauses erhelblich steigert. Zusätzliche Dachaufbauten zur Belichtung dahinter liegender Räume entfallen durch die Dachterrasse. Dadurch bleibt der Baukörper ruhig und zurückhaltend in seiner Erscheinung.

Während im Erdgeschoss die Gesellschaftsräume angeordnet sind, befinden sich die Ruheräume im Obergeschoss. Gemäß ihrer Nutzung sind sie introvertiert zur Dachterrasse hin orientiert. Die komplette Verglasung der Front des Wohnbereichs öffnet den Raum der Umgebung und erweitert ihn durch den schwellenlosen Übergang optisch und funktional nach außen. Die Möglichkeit, aus nahezu allen Räumen ins Freie treten zu können, war Teil des Entwurfskonzepts. Hierdurch wird eine räumliche Großzügigkeit und subjektive Weite erzielt, die bei einem kleinem Wohnhaus wie diesem eher ungewöhnlich ist. Der Luftraum im Eingangsbereich mit der frei stehenden Stahltreppe und den Verbindungsstegen verstärkt diesen Eindruck noch zusätzlich. Durchgehende Bodenbeläge, die fließenden Übergänge der Räume und die raumübergreifenden Blickbezüge sind weitere architektonische Mittel, um diese Offenheit zu erreichen.