Zweiphasiger Investoren- und Architektenverfahren Zylinderhof III in Eppingen

Zweiphasiger Investoren- und Architektenverfahren Zylinderhof III in Eppingen

Visualisierung:
Andreas Stuchlik, Pfinztal

Konzept:

Städtebauliches Konzept
Das Quartier „Zylinderhof III" liegt am Ortsrand von Eppingen auf einer derzeit unbebauten Wiese.
Das kleine, neue Wohngebiet wird eine homogene Dichte und Körnung erhalten, bleibt durch die lockere Bebauung mit Einzelgebäuden offen und einladend. Die dreigeschossigen Gebäude wirken durch den fallenden Geländeverlauf gestaffelt - dies wird durch flach geneigte Dächer, die asymmetrisch angeordnet sind, zusätzlich betont.
Der Zylinderhof III bildet einen selbstbewussten, neuen Baustein, der sich als eine Einheit präsentiert. Es entstehen individuelle Baukörper, eindeutige Adressen mit klarer Identifikation. Diese kennzeichnen sich durch eine durchgehende architektonische Formensprache und Materialität, welche die individuellen Bewohner vereint.
Die Ränder sind klar definiert, das Innere reagiert durch präzise „Kantungen" der Fassaden auf Aus- und Durchblicke. Die Kantungen sind in die Grundrissgestaltung eingeflochten, sodass diese Ausrichtungen in den Räumen auch zu spüren sind.
Verbindendes Element des Quartiers ist die Grünanlage, die sich von Ost nach West durchzieht. Sie zeigt sich räumlich gefasst und gleichzeitig durch die Einzelstellungen der Gebäude von Nord nach Süd durchlässig. Gezielt gesetzte Höhensprünge, die wesentlicher Teil der Gestaltung der Außenanlagen sind, nehmen den topografischen Verlauf des Grundstücks auf. Alle Wohnungen sind mit ihren Außenbereichen direkt daran angebunden.

Freiraumkonzept
Die bauliche Weiterentwicklung des städtebaulichen Entwurfs und das Freiraumkonzept bedingen sich gegenseitig – für die Besonnung, Belüftung, Beschattung, die Durchwegung und Durchgrünung des Wohnareals, für die Aufenthaltsqualitäten und die Anbindungen in die Umgebung.
Das freiraumplanerische Gesamtgerüst steht für eine verbindende Planung aller Gebäudeabschnitte 5 bis 8 und schließt höhentechnisch an den leicht geneigten Quartiersplatz im Osten mit an. Eine Durchwegung vom Quartiersplatz in Ost-Westrichtung bis zur Speyerer Straße ist barrierefrei sowie beinahe vollständig autofrei und halböffentlich gegeben. Es entstehen unterschiedliche Aufenthalts- und Spielbereiche für alle Nutzergruppen, die zwischen den privaten Wohngärten mäandrieren. Die geländebedingten Mauerterrassierungen können zu Sitzstufen werden, sind aber auch gleichzeitig Abgrenzungen zum privaten Grün. Durch die identitätsstiftende Geländegestalt werden ca. 60 bis 150 cm hohe Erdaufbauten auf den Tiefgaragen angeboten, die die Pflanzung mittel- bis großkroniger Laubbäume aus der Liste des B-Planes gut erlaubt. Außerhalb der Tiefgaragen bieten weitere Baumstandorte, bienenfreundliche blühende Kräuter, Gräser, Blumen, Stauden und Sträuchern Lebensraum für Fauna und Flora.

Erschließung und Organisation
Der fußläufige Zugang erfolgt von den Straßen direkt in die Gebäude. Im Detail finden sich feine Differenzierungen, die auf die jeweilige Lage und die Grundrissgestaltung reagieren. So finden sich Erdgeschosse mit Hochparterre, da wo der Abstand des Gehweges dies erfordert. An anderen Stellen liegen die Wohnungen ebenerdig zum „Vorgarten". Alle Treppenhäuser und Aufzüge führen in die Tiefgarage. Die Wohnungen sind überwiegend zum Durchwohnen organisiert. Sie erhalten nicht nur großzügige Loggien zum begrünten Innenbereich, sondern zusätzlich Terrassen und Balkone zur gegenüberliegenden Seite, um die Morgensonne einzufangen und am Straßenleben teilnehmen zu können. Die Wohnungen in den Kaufgrundstücken 6 und 7-8 mit Südausrichtung haben ihre Aufenthaltsräume der Sonne entgegen, bzw. großzügige Koch- / Ess- / Wohnbereiche mit zweiseitiger Ausrichtung (bspw. in Kaufgrundstück 7+8).

Gebäude- und Fassadengestaltung
Alle Gebäude im visionierten Quartier sind erkennbar in einer Formen- und Detailsprache gehalten. Außen klar geschnittene, auf der Innenseite gekantete Gebäudekörper, Öffnungen zu allen Seiten, stehende Fensterformate mit horizontalem Fassadenspiel und eindeutig markierte Hauseingänge. Die verwendeten Materialien Holz und Naturstein werden von vor der Fassade aufstrebende Fassadenbegrünungen ergänzt.
Konstruktion in Hybridbauweise
Die Gebäude werden in Hybridbauweise errichtet. Auf den aus Recycling-Beton hergestellten Tiefgaragen, stehen in Stützen aufgelöste Betonskelette, die durch die massiven Treppenhäuser ausgesteift werden und optimal zur Erdbebensicherung eingesetzt werden können. Wohnungstrennwände und Decken sind ebenfalls aus Beton, wodurch auf einfache Weise höchste Schall- und Brandschutzeigenschaften erreicht werden.
Die Fassaden sind aus nichttragenden, hochgedämmten Holzständerwänden errichtet. Die Installationsebenen innen gewährleisten eine diffusionsdichte und winddichte Hülle. Die angegrauten, hinterlüfteten Holzfassaden aus sägerauhen Lärchebrettern sind nicht nur schön, sondern schützen die Gebäude dauerhaft vor Wind und Wetter. Dem Brandschutz wird hier durch horizontale angeordnete Brandschottungen, die sich dezent in der Fassadengliederung einfügen, Rechnung getragen.

Material- und Farbkonzept
Das Bild des Quartiers wird aus der Fußgängerperspektive angesichts der Holzfassaden durch natürliche Qualität und Langlebigkeit geprägt. Fenster, Haustüren, Brüstungen und Dachrand werden filigran, mit einfacher Geometrie und ohne technische Anmutung ausgebildet, um die präzise Eleganz der Gebäude zu unterstreichen.
Alle Bauteile sind farblich in warmen Grautönen aufeinander abgestimmt, auf modische Farbakzente wird bewusst verzichtet. Die Farben werden durch üppiges Grün, blühende Pflanzen und Stauden, rankende, blühende Glyzinien und Pfeifenwinden an den Fassaden und nicht zuletzt, durch die Menschen des Quartiers eingebracht.

Klima- und Umweltkonzept
Wesentlicher Teil des Klimakonzeptes ist der Umgang mit Regenwasser, der Materialeinsatz, in Verbindung mit dem unten ausgeführten energetischen Konzept.
Die Dachflächen der Gebäude werden extensiv begrünt, um das lokale Mikroklima zu verbessern, den Heat-Island Effekt zu reduzieren und um Regenwasser zu speichern. Zusätzlich tragen die Fassadenbegrünungen zur Abkühlung der Gebäude bei.
Auf den Tiefgaragen dienen Retentionskästen zur Wasserspeicherung, die das Wasser nach oben an die Grünflächen wieder abgeben. Offene Versickerungsmulden mit belebtem Oberboden werden an den tiefgaragenfreien Zonen angeboten, um dort das überschüssige Regenwasser der Dachflächen zur Versickerung zu bringen. Das Regenwasserkonzept erfolgt zudem mittels Baumrigolen unter Bäumen, unter Plätzen und den Wegekorridoren. Bei Starkregen können sich die Platzflächen kurzfristig anstauen und das Wasser verzögert abgeben.
Bei der Konstruktion, der Materialwahl verfolgen wir den Weg der Kreislaufwirtschaft („cradle to cradle"), d.h. es wird hohen Wert auf Rückbaubarkeit, Materialtrennung, Recycelbarkeit und dafür geeigneten Materialeinsatz gelegt.

Energetisches Konzept
Ziel ist die Entwicklung eines ökologisch und ökonomisch optimierten Wohnquartiers in KfW55 Effizienz-Standard, das hohe Komfort- und Behaglichkeitsansprüche erfüllt, niedrige CO2-Emissionen in Herstellung, Betrieb und Recycling verursacht, kostengünstig im laufenden Betrieb funktioniert und damit nachhaltig ist.
Um dies zu erreichen, werden die Gebäude in einer kompakten Bauform mit einem günstigen A/V-Verhältnis errichtet und hoch wärmegedämmt.
Gleichzeitig ermöglicht die Ausrichtung der Baukörper eine ausgezeichnete Tageslichtversorgung und eine gute natürliche Durchlüftung.
Die geplanten Photovoltaik-Paneele erzeugen Strom, der primär im Quartier genutzt wird. Dies ermöglicht die Versorgung von Kfz-Ladestationen in der Tiefgarage sowie die Nutzung eines innovativen Mieterstrommodells mit Informationen zum aktuellen Verbrauch für eine Sensibilisierung zur bewussten Energienutzung durch die Bewohner.

Verkehrskonzept
Alle KFZ-Stellplätze sind in den Tiefgaragen angeordnet, wodurch das gesamte Quartier im Inneren autofrei bleibt.
Alle Gebäude haben einen unterirdischen, direkten Zugang zur Tiefgarage und erhalten über Aufzüge, einen barrierefreien Zugang zu ihren Stellplätzen bzw. zu ihren Wohnungen. Die dezentralen Zufahrten sind den Kaufgrundstücken zugewiesen.
Besucher-Fahrradstellplätze finden sich dezentral im Bereich der Hauseingänge, Fahrradabstellplätze für die Bewohner und Abfallstandorte sind in mehreren, den Gebäuden zugeordneten Räumen, in der Tiefgarage angeordnet, wodurch die Aufenthaltsqualität des Wohnquartiers erhöht wird. Die Ausstattung der Tiefgaragen mit Ladestationen für E-Autos, als auch für E- Fahrräder sehen wir als unabdingbar.

Bauabschnitte & zeitliche Realisierung
Bei der Möglichkeit zur Entwicklung von mehreren Kaufgrundstücken ist eine Bauabschnittsbildung denkbar. Jedes Kaufgrundstück funktioniert selbstverständlich eigenständig, wobei sich insbesondere bei Kaufgrundstück 5 und 6 durch eine gesamtheitliche Betrachtung eindeutig positive Synergien ergeben. Ein enger zeitlicher Zusammenhang ist auch bei der Realisierung mehrerer Kaufgrundstücke anzustreben, damit die Bewohner möglichst zügig die volle Qualität des Wohnumfeldes nutzen können.
Bei vorliegendem Baurecht sowie Baufreiheit auf dem Grundstück sind wir in der Lage, mit dem Bau der Gebäude innerhalb von 6 bis 12 Monaten zu beginnen.

Flexibles und generationenübergreifendes Konzept
Alle Geschosswohnungen sind über einen Aufzug barrierefrei erreichbar. Diese sind bewusst nicht auf einen bestimmten Typ beschränkt, sie finden sich in allen Gebäuden, Wohnungstypen, -größen und Preiskategorien. Damit ist zum einen eine freie Verteilung der Generationen überall im Quartier und zum anderen die nachhaltige Nutzung des Wohnraums gewährleistet. So entsteht ein Mit- statt Nebeneinander. Auch die differenzierte Freiraumgestaltung bietet ein Angebot für alle Nutzer, von Senioren über Sportbegeisterte bis zu Familien mit kleinen Kindern.

Zielgruppe
Der Zylinderhof III soll den unterschiedlichen Lebensumständen der Menschen und ihren individuellen Wohnbedürfnissen Rechnung tragen. Geplant ist ein vielfältig gemischtes Wohnumfeld für alle Lebensentwürfe, Einkommensgruppen und Generationen, von Singles, über jungen Familien bis zu Senioren.
Die architektonisch durchgehende Formenspracheunterstützt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Jedes Gebäude vermittelt dieselbe Wertigkeit - ungeachtet der Einkommensverhältnisse, Familienstruktur oder des Alters der Bewohner.
Optisch verbindendes Element ist die Verwendung von Holz an der Fassade, in Verbindung mit der Fassadenbegrünung. So entsteht eine harmonische Durchmischung der vielfältigen Nutzergruppen bei einem gleichzeitigen homogenen Gesamterscheinungsbild. Dieses eint die Vielfalt im Inneren als gemeinsamer Rahmen und wirkt für das junge Quartier identitätsstiftend und verbindend.
Das Herzstück und Ort der Begegnung ist ein langgestreckter Platz mit tief wurzelnden Bäumen, an den alle Gebäude angrenzen.
Die Vielfalt der Wohnungstypen, -größen und -zuschnitte sowie eine ausgewogene Differenzierung der Kauf- und Mietpreise sorgt dafür, dass für jede Lebensphase ein passendes Angebot entsteht.

Vermarktungskonzept
Die erstellten Wohneinheiten werden als Eigentumswohnungen im Einzelverkauf – vorzugsweise an Eigennutzer – angeboten. Eine selbst genutzte Immobilie ist eine der wichtigsten Säulen der Altersvorsorge. Wohneigentum trägt auch dazu bei, den Druck auf dem Wohnungsmarkt zu mildern, denn Eigennutzer machen bisher genutzte Immobilien für den Miet- oder Eigentumsmarkt frei. Die kompakte Grundrissgestaltung hilft dabei, über niedrigere Stückpreise möglichst viele Bevölkerungsschichten anzusprechen und ihnen somit Eigentum zu ermöglichen.
Über ein Viertel der geplanten Wohnfläche wird als öffentlich geförderte preisgedämpfte Mietwohnungen erstellt und individualvertraglich an Kapitalanleger veräußert. Diese werden für die Dauer von 25 Jahren 20% unterhalb der Neubaumarktmiete angeboten. Damit lässt sich direkt und unmittelbar die Nachfrage nach günstigen Wohnungen decken.