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Haus SK in Karlsruhe-Neureut

Haus SK in Karlsruhe-Neureut

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Bauvorhaben:
Umbau und Erweiterung einer Scheune in Karlsruhe-Neureut
Grundstückgröße:
522 m2
Wohnfläche:
159 m2
Baubeginn:
Oktober 2009
Fertigstellung:
August 2010

Projektbeschreibung:

Im Stadtteil Karlsruhe-Neureut hatten wir die Möglichkeit, für eine junge Familie ein neues Zuhause zu schaffen. Zur Verfügung stand der rückwärtige Teil eines schmalen, langen Grundstücks, das durch die Reihung von kleinen, an der Straße stehenden Einfamilienhäusern und in zweiter Reihe stehenden Scheunen geprägt ist. Die Gemeinde ermöglichte die Nachverdichtung der Grundstücke durch die Nutzung der Scheunenreihe zu Wohnzwecken.


Wir standen vor der Entscheidung, die alte, schon fast baufällige Scheune abzureißen und einen Neubau zu erstellen oder die Scheune zu erhalten und die fehlende Fläche durch einen Anbau dazuzugewinnen. Es galt die Kosten und die innenräumliche Qualität und Wohnraumnutzung für die Bauherren gegenüberzustellen. Für den Erhalt sprach, dass die Bauherrin die Scheune seit einiger Zeit als Atelier nutzte und somit eine emotionale Verbindung zu dem Ökonomiegebäude bestand.
Nachdem klar war, dass die Kosten durch den Erhalt der Scheune gesenkt werden konnten, gab der Charme der alten Scheune in Verbindung mit einem kleinen, neuen Anbau den Ausschlag, diese zu erhalten.

Um ein Gebäude mit zukunftsorientiertem Energieverbrauch zu erstellen, war die Hülle der Scheune nicht zu halten, d. h. Boden, Wand und Dach mussten gedämmt werden. Fenster und Türen sind alle neu und mit einer dreifach-Verglasung auf neuesten Stand gebracht. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt das Haus mit regenerativer Energie, das Gerät ist unsichtbar auf dem Flachdach aufgestellt.

Im Innern wirkt die Scheune mit ihrer üppigen Raumhöhe, dem teilweise rohen und geschlämmten Backsteinmauerwerk und den alten Holzbalken noch sehr ursprünglich. Der durchgehende Industrieparkettboden auf Fußbodenheizung schafft Großzügigkeit trotz kleiner Flächen. Krumme Wände, Versätze im Mauerwerk, rohe Stahlteile sowie die Zwischenebene auf dem ehemaligen Saustall leisten ihren Teil, um den Räumlichkeiten Individualität zu geben. Durch die Reduzierung der Oberflächenfarben entsteht ein eleganter Gesamteindruck.

Der Neubau, in dem der Eingang, ein Atelier, die Bäder und die Schlafzimmer untergebracht wurden, ist mit großzügigen Verglasungen zum Hof bzw. zum schönen Garten hin ausgerichtet. Die Kinder können vom Kinderzimmer fast die Kirschen des davorstehenden Kirschbaums pflücken, sie wohnen im wahrsten Sinne des Wortes im Grünen.

Das im Garten vor die Scheune gestellte Arbeitszimmer bietet Sichtschutz für die große Terrasse, die durch den zweigeschossigen Neubau auf der gegenüberliegenden Seite windgeschützt eingebettet wurde.

Insgesamt trägt die Gliederung der Baumasse zu einer sehr angenehmen Maßstäblichkeit bei. Es wurde genug Platz für eine vierköpfige Familie geschaffen, Grundstück, Hof und Garten bleiben in ausreichender Größe erhalten.