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Penthouse G in Karlsruhe-Neureut

Penthouse G in Karlsruhe-Neureut

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Fotografie:
Klemens Ortmeyer, Hamburg

Projektbeschreibung:

Aufgabe und Entwurfskonzept :

Der Bauherr sprach mich an, er wolle auf seiner Dachterrasse einen Wintergarten haben, der von seiner Wohnung aus erschlossen wird. Diverse Entwürfe und Angebote von Fachfirmen lagen bereits vor, alle passend aus den handelsüblichen Systemen entwickelt. Der Bauherr konnte sich jedoch ( glücklicherweise ) für keinen der vorliegenden „Glaspaläste“ entscheiden.

Nach eingehenden Gesprächen wurde aus dem Wintergarten eine lichtdurchflutete, Ruhe ausstrahlende Wohnraumerweiterung.

Die gestalterische Schwierigkeit der Aufgabe lag darin, auf das erst 10 Jahre alte, aber ausgesprochen hässliche Bürogebäude, eine derart kleine Baumaßnahme aufzusatteln, ohne witzig zu sein, jedoch mit dem Ziel die Gesamtsituation zu verbessern.

Durch die Entscheidung eine einfache, klare schwarze Kiste, ohne jegliches „architektonischen highlight“ zu realisieren, schafften wir selbst an einem so nach Aufmerksamkeit schreienden, heterogenen Ort, die gewünschte Ruhe zu erzeugen und dem Fremden eine gewisse Neugierde zu entlocken.

Das bestehende Gebäude wurde nicht verändert, trotzdem wirkt es durch den hinzugefügten Dachaufbau wertiger, von Hofseite gar spannend.

Dem Nutzer konnte durch die Ausrichtung des Grundrisses die nötige Abgeschlossenheit gegenüber den benachbarten Büroflächen erbracht werden. Der Wohnraum öffnet sich nur zur Dachterrasse. Der Bodenbelag fließt von innen nach außen.

Das profillose Oberlicht direkt an der Rückwand des Raumes, bringt üppiges, schattenfreies Streiflicht auf die weiße Wandfläche.

Abends wird die fehlende Sonne die tagsüber über die Oberlichter in den Raum einfällt durch die nicht sichtbar angeordnete, indirekte Beleuchtung ersetzt.


Konstruktion und Material :

Der Dachaufbau steht auf einer Betondecke die bis dahin als Dachterrasse genutzt wurde. Insofern war statisch genug Verkehrslast berücksichtigt, um den Dachaufbau ohne zusätzliche Maßnahmen realisieren zu können.

Das Bauwerk ist als Holzständerwerk konzipiert und trägt durch dessen geringes Konstruktionsgewicht ebenfalls zu einer statisch problemlosen Umsetzung bei.

Alle Holzbauteile wurden unüblicherweise auf der Baustelle einzeln zusammengefügt, um Maßungenauigkeiten des Bestands bestens ausgleichen zu können.

Den Außenwänden wurden hinterlüftete Trespa- Platten mit sichtbarer Befestigung, vorgehängt. Der Wandaufbau ist diffusionsoffen. Die bündig in die Fassadenebene eingefügten, nach außen aufschlagenden Holz- Alu- Wendefenster, bilden eine Einheit mit der Gebäudehaut.

Die Oberlichter mit außen liegendem Sonnenschutz sind im Gebäudevolumen integriert, sodaß sie von außen nicht wahrnehmbar sind.

Als Bodenbelag wurde, innen und außen durchgängig, Granit „Nero Africo“, sandgestrahlt und gebürstet, gewählt.

Um ohne großen Aufwand an den bestehenden Heizkreis anschließen zu können, konnte keine Fußbodenheizung realisiert werden. Um dennoch auf einen störenden Heizkörper verzichten zu können, wurde ein Fußbodenkonvektor eingesetzt, der mit einfachem Gitterrost abgedeckt wurde. Der freistehende Heizkamin schafft nicht nur Atmosphäre, er überbrückt die Übergangszeiten mit ausreichender Wärmeleistung.